Warum werden manche Events von einigen Medien totgeschwiegen und von anderen durch die Bank nur in den Himmel hochgelobt? Sind die Ansichten über MMA so verschieden in unserem Land? Nein, sind sie nicht. Wohl aber die wirtschaftlichen Interessen einiger Weniger oder kleiner Personengruppen. MMA boomt, ist in aller Munde, ist spannend, faszinierend und: es ist ein riesiger Markt! Ein Markt, von dessen Kuchen man am besten das größte Stück abhaben will. Was braucht man dazu, um sich so ein großes Stück zu sichern? Natürlich eine Präsenz, die man gut als “neutrales” Organ tarnen kann, Kontakte und Beziehungen zu potenziellen Sponsoren und Geldgebern, die von großangelegten Kampagnen profitieren würden und natürlich die Sportler. Sportler, die das -meist aus Freude über das Interesse an der eigenen Person und dem Hobby – gerne mitmachen und sich freuen. Sich freuen, weil man ganz bewusst die Träume und Wünsche dieser Sportler “anfüttert” und sie eigentlich nur für die eigenen wirtschaftlichen Interessen missbraucht. Denn ist der Sportler aufgrund einer oder mehrerer Niederlagen nicht mehr interessant, dann wird er schneller fallen gelassen, als die sprichwörtliche heiße Kartoffel. Kein Problem, denn MMA Kämpfer wachsen bei uns in Deutschland gerade wie auf den Bäumen. Und wir sind wieder bei der Regel: billig und verfügbar, und schon läuft das Geschäft.

Wie kann es sein, dass die Kämpfer einer Profigala, die groß promoted und bekannt gemacht wurde, zum größten Teil kein Geld erhalten haben, während das Management mit vollen Taschen das Haus verlies? Wie kann es sein, dass ein Deutscher, der in Deutschland zum Europameister gekürt und dementsprechend gefeiert wird, 3 von 4 Kämpfen im europäischen Ausland verliert? Und das zum Teil gegen wirklich 3. Wahl… Was ist dieser Titel denn wert und musste es sein, dass man direkt beim ersten Event einen derartigen “Titel” vergibt? Klar, in jedem Geschäft regiert Geld die Welt, aber es gibt doch wohl auch moralische Grenzen. Und zudem geht es im Sport an erster Stelle immer noch um den Sport und nur in zweiter Linie um das Geschäft, das den SPORT fördern und finanzieren soll. Nicht anders herum.

Wenn man diese Zielsetzung beachtet, dann ergeben sich die meisten Probleme im deutschen MMA erst gar nicht. Es würden keine “Dampfplauderer” für große Kämpfe gebucht, weil außer der Klappe einfach keine sportliche Leistung dahinter steht, die einen solchen Kampf rechtfertigen würde. Veranstalter könnten nicht in ihrem ersten Event zwei, drei oder mehr Titelkämpfe anbieten, weil sich JEDER fragen würde, was dieser Schwachsinn denn soll. Nachwuchskämpfer könnten und sollten sich wieder auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist: mehr trainieren und mehr Kämpfe absolvieren. Und dabei die Herausforderung suchen. Ruckzuck würde es dem deutschen MMA besser gehen. Schnell würde das allgemeine Niveau wachsen und damit auch die Leistungsdichte. Die Konkurrenz wäre größer und härter und nicht nur vom Marketing abhängig. Nicht nur von den großzügigen Zuwendungen und Aufmerksamkeiten von Webseiten, Händlern und Veranstaltern. Man müsste wieder richtig fighten und sich durchbeissen, um nach oben zu kommen. Man müsste pünktlich zum Wiegen kommen und im Gewicht sein. Es wäre von großem Vorteil, wenn man gut vorbereitet wäre und auch eine entsprechende Vorbereitungszeit gehabt hätte. Keine Kämpfe mehr innerhalb von wenigen Tagen annehmen und im Ring stehen. Man würde sich wieder durch seine sportliche Leistung in den Vordergrund stellen und das Interesse auf sich ziehen. So ganz ohne Tamtam und lautes Brüllen. Denn die guten kennt man. Die bleiben einem im Kopf. Nicht nur bei den Veranstaltern, Sponsoren und Medien. Sondern auch bei den Fans, die dann auch echte Fans sind und keine dummen Lämmer, die jedem Hype hinterher laufen.

“Was sind deutsche Kämpfer denn nun wirklich wert?” Morgen erfahrt Ihr im siebten und letzten Teil genau unsere Antwort auf diese Frage.

Bild: fightnerd.com
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