Seven verpasst SuperPro Titel

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Altan SevenAltan Seven kämpfte am vergangenen Samstag in Basel (Schweiz) um den Schweizer Titel von SuperPro im K1 -73 kg. Mit dem Lokalmatadoren Burim Aliu (Sportcentrum SuperPro) hatte er für diesen Kampf einen starken Gegner vorgesetzt bekommen, doch Seven war sehr gut vorbereitet und gewillt, den Titel für das German Top Team nach Deutschland zu holen. Doch ein paar unglückliche Umstände machten dem jungen Seven hier einen Strich durch die Rechnung…

Schon vor Beginn des Events bot sich ein nicht ganz so gut organisierter Eindruck: zu spätes Wiegen, kein Ansprechpartner, kein Ärtzecheck, kein Rules Meeting… Nicht gerade optimale Bedingungen. Gerade das Rules-Meeting wäre sehr wichtig gewesen, wie sich im Kampfverlauf herausstellte. Versuchten die Betreuer von Seven vorab Informationen über den Ablauf etc. zu bekommen, wurde entweder gar nicht geantwortet oder man wurde etwas unfreundlich abserviert. Wie dem auch sein. Seven war gut vorbereitet und er wollte Aliu unbedingt schlagen. Und das tat er dann (leider) auch.

In der ersten Runde zeigte sich Seven sehr ruhig und verschaffte sich eine gute Übersicht. Aliu konnte Seven mehrmals werfen, was im K1 sowieso nicht in die Wertung einfließt. In der Mitte der ersten Runde kam dann der erste Warnschuss von Seven, als er Aliu mit einer schönen Rechten cross über die Schulter traf und deutlich Wirkung erzielte. Seven baute den Kampf weiter ruhig auf und wartete auf seine Chance. Die sollte dann in Runde 2 kommen, als Seven immer mehr Druck mit guten Boxkombinationen und Lowkicks machte. Aus dem Clinch heraus platzierte er gute Kniestöße und schickte mit einem harten Knie zum Kopf Aliu direkt schwer getroffen auf die Bretter. Der Jubel in der deutschen Ecke währte nur kurz, denn jetzt erfuhr man, dass in diesem Titelkampf keine Kniestöße zum Kopf erlaubt sind. Eine sehr entscheidende Regelung, über welche Betreuer und Kämpfer vor dem Kampf nicht informiert wurden. Seven bekam für diese Aktion einen Punkt abgezogen, baute aber nach Freigabe des Kampfes sofort wieder Druck auf und setzte Aliu schwer zu. In der dritten Runde wurde Aliu dann nach schweren Wirkungstreffern angezählt, setzte den Kampf aber fort. Seven marschierte ständig vorwärts und bearbeitete Aliu mit harten Boxkombinationen, der fast nur noch wehrlos in der eigenen Ringecke stand und schwer gezeichnet war. Allerdings wurde er weder vom Kampfleiter angezählt noch aus dem Kampf genommen, was gegen Ende der dritten Runde angebracht gewesen wäre.

In Sevens Ecke war man sich sicher, trotz des Punktabzugs einen klaren Punktesieg eingefahren zu haben. Doch das Urteil lautete „Unentschieden“. Beide Kämpfer sollten nochmals in eine Extrarunde, ebenfalls ein Umstand, von dem man vorher nichts wusste. Gleich zu Beginn der vierten Runde gab Seven dann nach einem harten Treffer gegen die Schläfe den Kampf auf. Aliu wurde zum Sieger erklärt und feierte seinen Schweizer Meistertitel.

Zurück in der Umkleidekabine musste sich Seven zunächst mehrmals übergeben. Er wurde kurzerhand ins Auto verfrachtet und man wollte nur noch zurück nach Deutschland. Dass das Abrechnen dann noch knappe vier Stunden dauerte, rundete ein enttäuschendes Bild ab. Wie auch immer, der Kämpfer kann nichts für solche Missstände und wir wollen Burim Aliu zu seinem Gewinn und dem Schweizer Meistertitel gratulieren. Dass nochmals jemand vom German Top Team bei einer SuperPro Veranstaltung auftreten wird, ist allerdings mehr als fraglich…

Foto: Jan Geerk