Sensationeller Erfolg für Team Germany in Japan!

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Das deutsche Shidokan Karate Team konnte am vergangenen Sonntag einen selten deutlichen Erfolg bei den 35. All Japan Shidokan Open in Ito auf der Halbinsel Izu erkämpfen. Mit einer Gold-, einer Silber-, zwei Bronzemedaillen und zwei neuen Schwarzgurten kehrt das Team Germany in die Heimat zurück und hat wieder ein bisschen Karate Geschichte für unser Land geschrieben. Bereits nach den zwei Weltmeistertiteln in diesem Mai zeichnete sich ab, dass das Shidokan Karate in Deutschland kein Stiefkind mehr ist. Shihan Peter Angerer hat in den vergangenen 20 Jahren wenige Schüler – aber die meisten von ihnen Champions – ausgebildet.

Dass der „alte Mann“ es selbst auch immer noch kann, hat er vorgestern in Ito unter Beweis gestellt. Mit 47 Jahren kämpfte Shihan Angerer in der Seniors Division (ab 43 Jahren) und traf in seinem ersten Kampf auf den ehemaligen Weltmeister Hideshi Oyabu. Kancho Soeno bestand darauf, diesen Kampf selbst zu leiten und zu schiedsen, da hier seiner Meinung nach die zwei stärksten Kämpfer aufeinander trafen. In einer epischen Schlacht der beiden Veteranen, welche mit vollem Einsatz geführt wurde, sicherte sich Angerer den Sieg in Runde 3 durch Knockout. Mit einem blitzschnellen Ushiro Mawashi Geri schickte Shihan Angerer seinen Kontrahenten auf die Bretter, der danach ins Krankenhaus verbracht und dort behandelt werden musste. Im Finale traf Shihan Angerer dann auf Tomotaka San (Japan) und beide Fighter lieferten sich erneut eine denkwürdige Schlacht, welche die ganze Halle begeisterte. Über drei Minuten lang zeigte Shihan Angerer in allen Bereichen des Kampfes Ruhe, Übersicht und sein Können und erzielte in der Mitte der ersten Runde einen Waza-Ari mit einem Ushiro Geri. Zwei weitere Submission Versuche mit einem Heelhook und einem Armbar brachten leider keine vorzeitige Entscheidung, aber einen einstimmigen Punktsieg bereits nach der ersten Runde. Damit gewann Angerer erstmals das nach der Weltmeisterschaft wichtigste Turnier im Shidokan Karate.

Seine Mitstreiter zeigten auch enorm starke Kämpfe. Grigori Winizki (Bushido Leipzig) unterlag zunächst sehr unglücklich durch Pflichtentscheid im Knockdown Karate, konnte sich aber mit einer starken Vorstellung gegen einen Kämpfer aus Kuwait in das Finale der Glove Karate Division kämpfen. Hier unterlag er in einem ausgeglichenen Finale einem Kämpfer aus der Mongolischen Republik und musste sich denkbar knapp mit Silber zufrieden geben. In der Kata Division holte sich Sensei Winizki zudem die Bronze Medaille mit Tensho Kata.

Sempai Daniel Tempera war enorm fit und stark in Japan angetreten und zeigte dies auch gleich im Achtelfinale gegen eine Kämpfer aus Japan, den er einstimmig nach Punkten besiegen konnte. Im Viertelfinale erhielt er ein Freilos und stand somit erst wieder im Halbfinale gegen einen japanischen Kämpfer, der ihn allerdings Mitte der ersten Runde blitzschnell und vollkommen unerwartet mit Shita Tsuki zum Solar Plexus ausknocken konnte. Dieser Kämpfer gewann daraufhin auch die Meisterschaft und krönte sich zum neuen Champion, wobei er alle Kämpfe durch KO für sich entscheiden konnte.

Für ihre langjährigen Bemühungen, ihre Entwicklung und die gezeigten Leistungen bei diesem wichtigen internationalen Turnier wurden Grigori Winizki mit dem 3. Dan und Daniel Tempera mit dem 1. Dan im Shidokan von Kancho Soeno und Shihan Peter Angerer ausgezeichnet.

Kristin Handel, die ebenfalls bei den Frauen im Schwergewicht antreten wollte, wurde leider kampflos die Goldmedaille zugesprochen, da ihre Gegnerin Rhonda Balsamello (USA) verletzungsbedingt nicht antreten konnte. Allerdings weigerte sich die amtierende Weltmeisterin für den Empfang der Ehrung auf das Treppchen zu steigen. Eine gute Geste, die Schule machen sollte…

Wir gratulieren dem deutschen Shidokan Team von Shihan Peter Angerer zu den großartigen Erfolgen!

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