Quo Vadis, Shooto?

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von Peter Angerer

Das Shooto durchläuft momentan einige grundlegende Änderungen. Nach der Einführung der neuen Handschuhe, sowie die Änderungen der Gewichtklassen in Form der Anpassung an die geläufigen MMA Gewichtsklassen, wird von der International Shooto Commission nun angedacht, auch Ellbogenschläge und Kämpfe in einem Octagon als Standard für das Shooto aufzunehmen. Damit wäre dann eine komplette Anpassung an die Standards der „Unified Rules of Mixed Martial Arts“ gegeben. Wie alles, hat auch dies sowohl Vor-, als auch Nachteile.

Das Shooto steht seit 30 Jahren als älteste MMA Organisation der Welt an der Spitze in Punkto Ausbildung von Kämpfern und sportlicher Entwicklung von Athleten. Joachim Hanssen, Anderson Silva, Jake Shields, Takanori Gomi, Shinya Aoki und viele viele andere weltweit bekannte Namen sind hierfür ein eindrucksvoller Beleg. Verliert das Shooto durch diese „Anpassung“ seine eigene Identität? Diese Frage kommt einem zuerst in den Kopf. Passt sich das Shooto dem großen Konkurrenten an? Und vor allem, warum?

Ganz einfach, weil dadurch der Shooter einen Vorteil in seiner Ausbildung und in zukünftigen Kämpfen im MMA hat. Weiterhin wird der Shooter über das Amateurlager auf seine Karriere vorbereitet und vor allem: er wird fundiert ausgebildet. Aber er wird auch gleich in die Regeln der international geläufigen MMA Labels eingeführt, welche den Unified Rules folgen. Dadurch hat er einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zur jetzigen Ausbildung. Gleichzeitig sieht das Shooto diese Anpassung als Herausforderung an das Nordamerikanische MMA. Wie einst in den 90ern, als man zahlreiche brasilianische Vale Tudo Kämpfer nach Japan brachte um sich mit ihnen zu messen, so will Shooto nun eine Möglichkeit schaffen, sich mit dem MMA direkt zu messen. Man will zeigen, wer der bessere ist. Keine Frage von einzelnen Kämpfen, sondern eher von Jahren. Wie damals in der großen Schlacht zwischen dem brasilianischen Vale Tudo und dem japanischen Shooto, welche letztendlich darin resultierte, dass Andre Pederneiras (Gründer der Nova Uniao) zum Shooto Repräsentanten für Südamerika berufen wurde.

Es ist also wie in einem Kampf. Man schafft die Möglichkeit zu einem „sich-miteinander-messen“ und damit die Grundlage für eine eventuelle spätere Zusammenarbeit. Die Sportler in unserem Land dürften diese Entscheidung sehr begrüßen, denn dadurch wird das Shooto zeitgleich zu der führenden MMA Organisation mit Vertretungen auf allen Kontinenten und in zahlreichen Ländern. Die vor allem eins haben: Erfahrung. Durch ihre jahrelange Arbeit sind diese Vertretungen von Kinderkrankheiten verschont und arbeiten schon mit Voll-Last an der Umsetzung von wichtigen Zielen und Ereignissen.

Egal, wie die Entscheidungen der ISC ausfallen werden – wir freuen uns, dass wir diese Entscheidungen in Deutschland mittragen werden und darauf, dass eine neue Ära im Shooto weltweit anbrechen wird.

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