Nachbetrachtung Wüst vs. Grieble

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Marco WüstIm Cruisergewicht -91 kg kam es zu einem erneuten Aufeinandertreffen zwischen der Nr. 1 in den Rankings Marco Wüst (MAA Mannheim) und dem Freiburger Philipp Grieble (FightBros Freiburg). Auch dieses Meisterschaftsduell hatte einiges an Brisanz parat, war es doch Grieble, der Wüst noch beim Tapout Cup auf der FIBO in Essen im Halbfinale vorzeitig mit einer Submission gestoppt hatte. Allerdings war Wüst danach so aktiv und erfolgreich wie nie zuvor und heimste bei den Europameisterschaften in Holland die Silbermedaille ein und qualifizierte sich mit mehreren vorzeitigen Siegen bei Shooto Schweiz auch für den Kampf um die Schweizer Meisterschaft. Der Kampf versprach also schon im Vorfeld das Aufeinandertreffen von zwei echt starken Shootern zu werden und die Zuschauer in Aschaffenburg wurden in dieser Hinsich auf keinen Fall enttäuscht.

Beide Kämpfer zeigten von Anfang an, dass sie nicht zum Spaßen nach Aschaffenburg gekommen waren. Wüst begann den Fight mit einigen guten Boxkombinationen und Kniestößen aus dem Clinch, wurde aber von Grieble gegen den Käfig gedrückt und zu Boden gebracht. Schnell hatte sich Bodenspezialist Grieble die Backmount geholt und setzte einen Würgegriff an, doch Wüst verteidigte gut und gelangte zurück in Griebles Guard. Wüst passierte die Guard des Freiburgers in die Sidemount, wurde aber von Grieble gesweept, der sofort wieder in den Stand ging. Dort suchte nun Grieble den Schlagabtausch und stellte Wüst am Käfig, wo er mit mehreren Wirkungstreffern durchkam und Wüst wurde vom Kampfleiter angezählt. Nach Freigabe des Kampfes machte Grieble sofort weiter Druck, wurde aber von Wüst mit einem Highkick getroffen und anschließend zu Boden geworfen. Grieble konnte sweepen, wurde von Wüst mit einem Beinhebel attackiert, was Griebel sofort ebenfalls mit einem Beinhebel konterte, der Wüst am Rande der Aufgabe hatte. Mit dieser Aktion endete die erste Runde dieses hochklassigen Duells.

Die zweite Runde zeigte von Anfang an sehr harte Schlagabtausche auf beiden Seiten, die jeder Profigala zu Ehren gereicht hätte. Highkicks, harte Boxkombinationen und Flying Knees wurden ausgetauscht und versetzten das Publikum in wahre Begeisterung. Es war unglaublich, was beide Kämpfer einstecken mussten, aber auch austeilten. Am Käfig sprang Wüst in die Guard und holte Grieble zu Boden. Sofort arbeitete der Mannheimer auf eine Submission und setzte eine sehr gute und enge Kimura an, die Grieble in arge Bedrängnis brachte. Mit letzter Kraft und viel technischem Geschick gelang es Grieble der drohenden Submission zu entfliehen. Grieble löste sich aus der Guard und ging zurück in den Stand, als der Kampf unterbrochen wurde, um die starke Blutung an Griebles Nase von einem Arzt begutachten zu lassen. Der Ringarzt gab sein OK und Grieble kämpfte mit offensichtlich gebrochener Nase weiter. Sofort holte er sich einen Takedown und brachte den Mannheimer zu Boden, wo Wüst sofort wieder mit einer Kimura angriff und Grieble sweepen konnte. Nahtlos ging der Mannheimer in einen North-South-Choke über, doch Grieble überstand auch diesen Angriff. Aufgrund der starken Blutung wurde der Kampf nochmals unterbrochen, um Grieble vom Ringarzt begutachten zu lassen. Dieser fällte dann die Entscheidung, dass er ein Weiterkämpfen nicht genehmigt und nahm den Freiburger aus dem Kampf. Somit Sieger durch TKO und neuer Deutscher Meister -91 kg der Mannheimer Marco Wüst.

Beide Kämpfer haben mit diesem tollen Kampf gezeigt, was in ihnen steckt und beide wurden von der unabhängigen Shooto Kommission in die B Klasse befördert. Unglaublich, was für eine Leistung die Amateure im Shooto bieten können!

Wir bedanken uns bei GroundandPound TV, die uns den Kampf in voller Länge zur Verfügung stellen.

Bild von Marco Wüst.