kraniotakesAm gestrigen Samstag Abend sorgte nicht nur das DFB Pokalfinale für Aufsehen. Im fränkischen Königshofen veranstalteten die Promoter Martin Vath und Artur Hammerschmid die zweite Auflage der “Gladiators FC”. Über einen kostenlosen Livestream via FightlabTV konnten Fans in ganz Deutschland die Kämpfe verfolgen. 14 Kämpfe im MMA und K1 wussten den Zuschauern zu gefallen und zeigten durchwegs gute und packende Action im Ring. Im Mainevent des Abends sicherte sich Andreas “Big Daddy” Kraniotakes den Schwergewichtstitel in einem “Aufbaukampf” gegen den hilflos überforderten und deplatzierten Bruno Hosier (Kanada) aus Frankreich. Wir waren live für Euch vor Ort und bringen Euch die Ergebnisse. Derzeit lädt unsere Fotografin Kristin Handel knapp 400 Bilder der Kämpfe auf die Facebook Seite von Yamato Fightwear in eine Galerie hoch. Liked die Seite bitte und betrachtet Euch exklusives Bildmaterial von den harten Fights.

Konstantin Ivanov (Chokeout Mannheim) besiegt Viktor Dell (Sakura Dojo Lossburg)

Gleich der erste Kampf brachte gehörig Action und stimmte die Zuschauer auf einen tollen Abend ein. Nachdem Dell zunächst die besseren Treffer im Stand landete und Dell mit einem Guillotine Choke in arge Bedrängnis brachte, konnte dieser den Würger verteidigen und zurück im Stand lies der Mannheimer wahre Bomben auf seinen Gegner regen. Mit krachenden Fäusten schlug er Dell 2:01 Minuten in Runde 1 KO.

Hasan Abduaev (Fightgym Nürnberg) besiegt Rene Engelhard (Mach 1 Karlsruhe)

Abduaev zeigte in diesem Fight eine beeindruckende Performance und er setzte Engelhard von Anfang an mit harten Schlägen zu. Im Bodenkampf aus der Top Kontrolle setzte er hartes und präzises Ground and Pound und siegte nach 1:26 Minuten in Runde 1 durch Abbruch des Kampfleiters.

Samir Baja (MMA Spirit Frankfurt) besiegt Jeton Bajra (No Fear Gym Gelnhausen)

Im ersten K1 Fight des Abends bekamen die Zuschauer gleich einen echten Kracher zu sehen. Baja und Bajra führten einen enorm temporeichen Kampf über die volle Distanz von drei Runden. Am Ende waren es die präziseren Treffer und die klare Ringkontrolle von Baja, die dem Kämpfer vom MMA Spirit eine einstimmige Punkteentscheidung brachten. Damit ist Baja auch im sechsten Kampf ungeschlagen.

Leo Stemann (Fightgym Nürnberg) besiegt John Isac (Integra Wittlich)

In diesem Kampf ging wirklich die Post ab. Stemann holte sich sofort den Takedown und den Rücken von Isac und es sah lange nach einem vorzeitigen Sieg des Nürnberger aus. Doch Isac konnte aus der Backmount fliehen und attackierte selbst mit einem Beinhebel. In einem mörderischen Tempo wechselten die beiden Fighter Submissionversuche aus zum Ende der Runde wurde Stemann im Armbar von Isac nur noch von dem Rundengong gerettet. Eine sehr harte und knappe Runde, die schwer zu werten gewesen wäre. Doch dann gab Isac überraschend in der Pause zur zweiten Runde auf. Eine Erkältung im Vorfeld hatte den Wittlicher arg geschwächt und das hohe Tempo der ersten Runde forderte seinen Tribut. Somit wurde Stemann zum Sieger durch Aufgabe nach der ersten Runde erklärt.

Titelkampf MMA -93 kg: Nihad Nasufovic (Fightclub Aalen) besiegt Tomislav Iverac (Chokeout Mannheim)

Die ringerischen Vorteile und hartes Ground and Pound von Nasufovic drückten diesem Kampf früh den Stempel auf. Iverac zeigte sich konditionell nicht in bester Form und musste schwere Treffer von Nasufovic schon in der ersten Runde nehmen. In der führten schwere taktische Fehler von Iverac dazu, dass er Nasufovic regelrecht in die Mount über sich zog und dort enorm hartes Ground and Pound serviert bekam, das schließlich zum Abbruch nach 1:51 Minuten in Runde 2 führte. Somit holte sich ein beeindruckend starker Nasufovic neben dem “Cage Fight Night” Titel nun auch den Championgürtel von “Gladiators FC” in dieser Gewichtsklasse.

Reinier de Ridder (Renzo Gracie Holland) besiegt Marco Wüst (MAA Mannheim)

Im klassischen “Striker vs. Grappler” Duell behielt der Holländer klar die Oberhand. Sofort brachte er Wüst zu Boden und damit in seine Welt. Wüst verteidigte beherzt die Submissionansätze von de Ridder, musste aber immer wieder gut gezieltes Ground and Pound nehmen. Nach 4:09 Minuten in der ersten Runde musste Wüst dann in einer engen Triangle des Holländers abklopfen und de Ridder holte sich in seinem ersten Profikampf einen tollen Sieg.

Ömer Cankerdesler (MMA Spirit Frankfurt) besiegt Nabil Orfani (MMA Bodensee)

Die Kämpfer des MMA Spirit zeigten sich an diesem Abend enorm stark und gut vorbereitet. Hier machte auch Ömer Cankerdesler keine Ausnahme, der seinen Kontrahenten Orfani stehts gut aus der Mount oder Backmount kontrollierte und starkes Ground and Pound anbrachte. In der zweiten Runde drehte der Frankfurter etwas an der Temposchraube, holte sich wieder die Mount und lies enorm harte Schläge auf Orfani niederprasseln, der unter dem Schlaghagel des Frankfurters nach 1:05 in der zweiten Runde den aussichtslosen Kampf aufgab.

Tobias Huber (Chokeout Mannheim) besiegt Vladimir Dammer (Integra Wittlich)

Nur zwei Wochen nach seiner Niederlage bei Shooto Stuttgart meldete sich Tobias Huber eindrucksvoll zurück. Mit dem Wittlicher Vladimir Dammer hatte er einen harten und erfahrenen Gegner, konnte jedoch früh im Kampf aus der Guard heraus sein Spiel arbeiten. Nach 2:06 Minuten in der ersten Runde musste Dammer dann in einer schön eingeleiteten Triangle den Kampf aufgeben. Ein Sieg, der Tobias Huber zudem den Bonus für die “Submission of the Night” einbrachte, welcher mit 400 Euro dotiert war.

Titelkampf K1 -66 kg: Omar Baqi (Best of the East/Holland) besiegt Dardan Morina (No Fear Gym Gelnhausen)

Dieser Titelkampf wurde gleich von zwei “Pannen” überschattet. Baqi, der in allen drei Runden der Mann mit den klareren Treffer und der besseren Ringkontrolle war, machte Bekanntschaft mit dem Urteilsvermögen der Punktrichter. Diese sahen den Kampf nach drei Runden nämlich Unentschieden. Es musste also eine Entscheidung in der Verlängerungsrunde her. Auch hier war Baqi der bessere Mann, obwohl Morina in dieser Runde wohl seine beste Leistung zeigte und immer gefährlich war. Nun wurde aber Morian zum Sieger erklärt. Sofort wurde der Ring von Anhängern und Freunden Morinas gestürmt, nur um dann eine Minute später zu erfahren, dass der Ringsprecher einen Fehler bei der Urteilsverkündung gemacht hatte und Baqi der Sieger ist. Minutenlange Unmutsäußerungen und Diskussionen im Ring von Seiten Morinas Anhängern waren das Resultat und die Siegerehrung von dem verdienten Sieger Baqi ging in diesem Trubel leider mehr als unter.

Hasan Kardes (Beast of the East/Holland) besiegt Marek Recs (Arena Aschaffenburg)

In einem weiteren K1 Fight machte der Holländer Hasan Kardes keine Gefangenen. Kontinuierlich bearbeitete er den Aschaffenburger Recs mit guten Boxkombinationen und harten Lowkicks. Bereits nach der ersten Runde gab die Ecke den ungleichen Kampf auf und Kardes bekam einen verdienten Sieg in diesem Duell zugesprochen.

Schemsi Aktas (MMA Spirit Frankfurt) besiegt Michael Heist (Sakura Dojo Lossburg)

In einem wirklich sehr packenden und guten Fight über drei Runden dominierte der Frankfurter Aktas klar durch seinen ringerischen Background. Meist aus der Oberlage konnte er den Kampf über weite Strecken kontrollieren. Doch auch Heist war stets gefährlich und konnte sich sogar zweimal den Rücken des Frankfurters holen, verlor die Kontrolle aber schnell wieder und konnte keine Vorteile für sich hieraus erarbeiten. Nach drei sehr hart umkämpften Runden wurde Schemsi Aktas zum Sieger durch einstimmiges Punkterichterurteil erklärt.

Aleksandr Sredanovic (Renzo Gracie Holland) besiegt Edurard Heinz (No Limit Academy Lahnstein)

Fight of the Night! In einem der packendsten und härtesten Kämpfe seit langem hierzulande im MMA zeigten beide Kämpfer enormes Herz, Nehmerqualitäten und wirklich exzellentes Groundgame. Von der ersten bis zur letzten Sekunde gaben hier beide Kämpfer 100%, liefen ein mörderisches Tempo ohne Pausen, bearbeiteten sich gegenseitig im Schlagabtausch und bedrohten sich am Boden mit gefährlichen Submissions. SO sieht MMA aus! Nach drei Runden wurde Sredanovic aufgrund seiner besseren Treffer im Stand einstimmig zum Sieger nach Punkten erklärt, aber die Zuschauer würdigten die Leistung der beiden Kämpfer mit minutenlangem Beifall. Diese Leistung brachte beiden Sportlern auch den Bonus für den “Fight of the Night” ein, der für jeden der beiden mit 400 Euro dotiert war. Eine wirklich exzellente Leistung von beiden Fightern! Dieser Fight war unbestritten der Höhepunkt des Kampfabends!

Ruben Jemott (Beast of the East/Holland) besiegt Vadim Feger (Sakura Dojo Lossburg)

Im letzten K1 Fight des Abends sah zunächst zwei Runden lang alles nach einem Sieg für den Deutschen Meister der WKU Vadim Feger aus. Klarere Treffer beim Boxen, gute Kicks zum Kopf… Feger zeigte die ganze Bandbreite des Kickboxens und lag auf den Punktezetteln vorne. Doch dann kam die dritte Runde und damit kam Jemott, der mit einem ersten Kniestoß zum Kopf von Feger traf und der Lossburger musste auf die Bretter. Zwar kam Feger wieder hoch, doch mit einem wunderschönen gesprungenen Kniestoß zum Kopf schickte Jemott seinen Kontrahenten sofort wieder zu Boden und holte sich damit nach 1:37 Minuten in der dritten Runde nicht nur den Sieg, sondern auch den 400 Euro schweren Bonus für den “Knockout of the Night”.

Titelkampf MMA -120 kg: Andreas Kraniotakes (Planet Eater) besiegt Bruno Hosier (Black Angels/Frankreich)

Bei aller Liebe… Mit diesem Matchmaking wurde niemandem ein Gefallen getan. Die Zuschauer bekamen keinen guten Kampf zu sehen, Kraniotakes konnten nicht zeigen, was er eigentlich kann und der Titel verliert durch solche Mis-Matches wirklich an Glaubwürdigkeit. Ein total überforderter, vom Ringrost zerfressener, Bruno Hosier stellte sich hier bestenfalls in den Ring, um einen Zahltag zu bekommen. Nach einem ersten Lowkick von Hosier fing Kraniotakes den zweiten Lowkick locker ab und brachte den in Frankreich lebenden Kanadier zu Boden. Hier zeigte sich, dass Hosier gar nicht wusste, wo er sich befindet. Nach kurzem Ground and Pound gab er Kraniotakes den Rücken und dieser machte Gott sei Dank schon nach 2:17 Minuten in der ersten Runde den Sack zu und holte sich mit einem Rear Naked Choke den Sieg in diesem unrühmlichen “Kampf”. Schade, denn Kraniotakes kann weitaus mehr und hätte dies nach seinen letzten Kämpfen auch zeigen sollen können. Dieser Möglichkeit wurde er von vorneherein beraubt und man kann nur hoffen, dass er für seine Titelverteidigung einen echten Gegner vor die Fäuste bekommt.

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