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von Peter Angerer

Mein sehr polemischer, mit Sarkasmus und Ironie gespikter Artikel bezüglich meiner persönlichen Ansichten über den Weltmeisterschaftskampf im Profi MMA der Polin Kamila Porczyk und der Deutschen Jana Wagenhuber hat Wellen geschlagen, wie ich es selbst niemals auch nur im Entferntesten für möglich gehalten hätte. Meine Wortwahl wurde vielerseits – vor allem von Kämpfern und Trainern aus ganz Deutschland – bestätigt, aber auch von einigen Freunden von mir als störend und falsch bezeichnet. Aus diesem Grund habe ich nach reiflicher Überlegung den Artikel aus dem Blog entfernt und möchte mich bei allen Personen entschuldigen, welche sich durch die von mir angewandten Stilmittel und meiner Wortwahl gestört fühlten oder diese als unpassend empfanden. Ich hatte die ganze Sache komplett falsch angepackt und mich in meiner Aufregung über die Darbietung und die Rahmenbedingungen dieses Kampfes zu sehr hinreissen lassen.

Bei allen Personen, welche sich beleidigt gefühlt haben könnten, möchte ich mich hiermit entschuldigen und versichern, dass es zu keiner Zeit meine Absicht war, einzelne Personen zu beleidigen oder zu diskreditieren.

Stattdessen hätte ich – statt eine Aussage zu treffen – vielmehr einige Fragen stellen sollen. Fragen, welche mir hoffentlich jemand beantworten kann, will und wird.

1. Wird es als legitim und sportlich korrekt angesehen, dass eine Erstkämpferin ohne vorherige Erfahrung im Kampfsport um einen professionellen MMA Weltmeistertitel kämpft?

2. Ist es weiterhin legitim, dass diese Kämpferin dann gegen eben eine Sportlerin, welche eigenen Aussagen nach “seit zwei Monaten” trainiert, um einen professionellen Welttitel im MMA kämpft?

3. Nach welchen Kriterien wurden diese beiden Athletinnen für einen Welttitelkampf im MMA ausgesucht?

4. Welcher Verband hat diesen Titelkampf sanktioniert und zugelassen?

5. Kann es sein, dass hier ein Sponsor mit seinen finanziellen Mitteln gezielt Einfluss auf den Sport nimmt?

6. Hat dieser Sponsor das Event, auf welchem seine Sportlerin um eben diesen Titel kämpfte, finanziell unterstützt?

7. Wer war für das Matchmaking in diesem Kampf verantwortlich?

8. Ist es legitim und unbedenklich, dass Sponsoren, Medien und Veranstalter sportliche Ideale beugen, verbiegen oder gar brechen, wie z.B. “fairer Wettbewerb” oder “sportlicher Vergleich”?

9. Wie sieht die “Community”, also sprich die MMA Szene, in Deutschland diesen Kampf, dessen Wertigkeit und das Bild, welches dieser Kampf in der Öffentlichkeit von unserem Sport gezeichnet hat?

10. Wäre eine Stellungnahme der beiden Sportlerinnen zu diesem Kampf und dessen Rahmenbedingungen für die Öffentlichkeit interessant?

Unabhängig von der Beantwortung dieser Fragen wünsche ich den beiden Protagonistinnen dieses Kampfes weiterhin so viel Erfolg, wie bisher. Ich bin mir sicher, dass wir zumindest die frischgebackene Weltmeisterin aus Polen bald wieder live im Ring erleben dürfen und ich drücke Ihr für ihren kommenden Kampf die Daumen!

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