Die Lehre aus UFC 196

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Kawoom!!! Und da ist es schon wieder passiert! Der „Hype-Train“ der UFC ist zum vierten Mal in Folge ungebremst voll gegen die Wand geknallt. Nate Diaz hat heute morgen den wohl professionellsten Trashtalker der UFC in jüngster Zeit zum Schweigen gebracht und die Luft abgedreht. Connor McGregor hat im Rear-Naked-Choke aufgegeben. Abgeklopft. Nicht mehr gewollt.

Moment mal, reden wir von DEM „Notorious“ Conner McCregor, der sich selbst – ähnlich wie Rhonda Rousey – verbal auf den Olymp des MMA geredet hat und immer stolz darauf war, dass er die Klappe so weit aufreissen kann, weil er den Worten auch immer Taten folgen lässt?

Hier an dieser Stelle muss ich persönlich eine ganz klare Unterscheidung von den sportlichen Leistungen einer Rhonda Rousey und Connor McGregor und dem, wie sich diese Personen in Hinblick auf ihre sportliche Darbietung in der Öffentlichkeit äußern, treffen. Sportlich sind dieses Athleten zweifellos sehr talentiert, erfolgreich und mit Sicherheit auch etwas ganz Besonderes. Allerdings aber halt auch ein Anderson Silva, Fedor Emilianenko oder Jose Aldo. Um sich von diesen sportlichen Vorbildern abzuheben greifen manche besonders talentierten und erfolgsversprechenden Athleten auf etwas zurück, das man im Fachjargon „Trashtalking“ – also „Müllreden“ – nennt. Und genau hier hört für mich der Athlet auf und fängt ein Dummkopf an. Jemand, der gar nicht zu dem steht, was er sagt. Jemand, der nur den Mund aufmacht, um etwas zu sagen, von dem er denkt, dass es anderen gefällt. Ihn ins Gespräch bringt. Ihm ein Schulterklopfen von den besoffenen Rednecks einbringt, die gröhlend vor dem TV sitzen und ihn als einen „echten Kerl“ feiern. Diese Leute reden sich zurück in die Pubertät wie ein Pumuckel auf Ecstasy und heimsen die Anerkennung von genau den Leuten ein, die sie als ihre „Fans“ bezeichnen. Sie suhlen sich in dem Glanz ihrer Erfolge und pushen das ganze noch mit einer gehörigen Portion „MÜLL“, die sie bei jeder Gelegenheit aus dem Mund lassen.

Ich hasse so etwas. Ich kann das nicht ab. Ich will nicht, dass sich Jugendliche oder Heranwachsende Sportler an solchen „Göttern“ ein Vorbild nehmen. Man sollte durch seine Erfolge und nur durch seine sportlichen Leistungen von sich Reden machen und nicht reden, um sportliche Erfolge aus dem Müll zu schwafeln. Unhöflichkeit ist Unhöflichkeit. Ich mache da keinen Unterschied, ob das jemand jetzt „professionell“ macht, nur um mehr Pay-per-Views zu verkaufen und seinen Marktwert zu steigern, oder einfach aus Mangel an Persönlichkeit, Charakter oder Anstand. Und immer wieder höre ich: „Lass ihn doch. Der macht das voll clever. Wenn er dadurch Millionen macht ist es doch egal, was er sagt.“ Nein, eben nicht. Jemand, der andere Leute beleidigt, persönlich (und auch tätlich) angreift, sie herabwürdigt und auf ihr Ansehen spuckt und ihre Verdienste und Erfolge lächerlich macht, der gehört meiner Meinung weder ins Fernsehen, noch in eine Sportarena. Er gehört entweder in eine Kinderstube, wo ihm diese beigebracht werden sollte, oder auf die Couch eines Therapeuten, welcher ihm hilft, seine Probleme mit anderen Menschen zu bewältigen.

Vor einigen Monaten sahen wir, wie Rhonda Rousey vor ihrem Kampf mit Holly Holm große Töne spuckte. „Ich schlage jede in meiner Gewichtsklasse mit nur einer Hand“ lies sie noch kurz davor verlauten, bevor Holm dem Müllreden ein Ende setzte. Übrigens genau die Holly Holm, die heute morgen auch bitter verloren hat, ihre Leistung danach sachlich reflektierte, sich extrem sportlich zeigte und: NICHT GETAPPT HAT!!! Ein echter Champ labert nicht den lieben langen Tag, sondern lässt sich halt Schlafen legen ohne aufzugeben. Holm ist ein echter Class Act!

Rousey hingegen verschwindet für Monate in der Versenkung und gibt dann ein TV Interview, in welchem sie medienwirksam unter Tränen sagt, dass sie an Selbstmord gedacht hat. Jemand, der so auf andere Menschen sch….t und keine Gelegenheit auslässt, diese zu beleidigen und herabzuwürdigen, der möchte dann Mitgefühl, Mitleid und Verständnis??? Im Ernst? Und das ist normal und muss man verstehen?

Und McGregor ist jetzt „heartbroken“ und sucht nach Ausreden, weil sein Gegner schwerer war? Ganze 400 Gramm? Klar, im Weltergewicht. Aber lassen wir doch nochmal die Pressekonferenz Revue passieren, wo er praktisch jeder Gewichtsklasse den Krieg erklärt hat, weil er ja nicht da ist um teilzunehmen, sondern zum übernehmen. Aha, so sieht das „übernehmen“ dann also aus, wenn man gegen jemanden kämpft, der nur zwei Wochen Zeit zur Vorbereitung hatte. Und dann tappt man auch, wenn die große Klappe nichts mehr bringt. So so….. McGregor hat sich für seine Show dieses Mal einfach den Falschen ausgesucht. Jemand, der sich von seinem ganzen Gedisse und Gepose nicht beeindrucken lässt und dann eiskalt und mit chirurgischer Präzision den „Trash-Tumor“ abtötet. Mich hat nur gewundert, warum es heute morgen keine „McGregor“ Pressekonferenz gab….

Ich hoffe inständig, dass sich die jungen Athleten in unserem Sport wieder ein Vorbild an echten Sportlern nehmen. Echten Kämpfern, die mit ihrer Performance überzeugen, und nicht mit dem großen Mundwerk. Leute, die den Sport zu etwas Besonderem machen und ihm Glanz verleihen. Die sportliche Ideale, wie Ehrgeiz, Fairness, Durchhaltewillen, Kameradschaft oder Chancengleichheit VORLEBEN und nicht das Gegenteil vorlabern.

Fallt nicht auf das verlogene Gewäsch der „Manager“, Schulterklopfer, Möchtegerns und „Bros“ herein, die Euch erzählen wollen, dass man nur so nach ganz oben kommt. Das sind die Leute, die Euch vor zwei Jahren noch Anabolika mit den gleichen Sprüchen angedreht hätten und es natürlich schon immer gewusst haben, dass „DU“ etwas ganz besonderes bist. Diese Leute benutzen Euch nur zu ihrem eigenen Vorteil, nehmen Euch aus, machen Euch kaputt und gehen dann, wenn Ihr am Ende seid, zum nächsten. Seid cleverer, hört auf Eure innere Stimme. Seid ein echter Sportler oder Fan und lasst Euch nicht auf so ein Niveau herunterziehen. Ihr seid mehr wert!

 

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