Sieben Tage Training. Jeweils sechs Stunden am Tag. Mit sechs der besten Referenten, die man in Deutschland bekommen kann. Dazu japanisches Essen, Muskelkater bis zum Abwinken und das ein oder andere Mal das Gefühl, dass man einfach nur noch sterben will. Die “Hell Week” von Shooto Germany in der German Top Team Akademie in Reutlingen hat gehalten, was sie versprochen hat. Teilnehmer aus Stuttgart, Nagold, Forchheim, Villingen-Schwenningen, Bad Griesbach, München, Passau und sogar aus der Schweiz hatten sieben Tage die Möglichkeit, einmal in ein echt professionelles Trainingscamp “reinzuschnuppern”. Mit dabei waren natürlich auch einige Top Shooter und Grappler in Deutschland, wie z.B. die beiden amtierenden Shooto Europameisterinnen Tanja Hoffmann und Kristin Handel, sowie einige Profi Shooter aus dem German Top Team. Für “Spaß” auf der Matte und beim Training war also gesorgt. Was in der Hell Week so abging, lesen Sie hier.

Am Montag leitete Peter Angerer durch das Programm und beschäftigte sich neben dem Ground and Pound beim Shooto vor allem mit der Kraft und Kondition der Teilnehmer. Zwei harte Stunden Rollen mit Ground and Pound am Abend sorgten dann dafür, dass alle Teilnehmer zwar nicht schmerzfrei, aber dafür gut schliefen.

Dienstag zeigte dann Stefan “The Boss” Hoss, warum die Guillotine seine erfolgreichste Technik sowohl im Grappling, als auch im Shooto, ist. Nach einer zweistündigen Technikeinheit folgte nachmittags eine ebenfalls zweistündige Kraft- und Konditionseinheit unter Peter Angerer. Abends wurde dann wieder zwei Stunden “locker ausgerollt” und jeder war froh, als er endlich Abends im Bett war.

Shidokan Weltmeister Thorsten Kronz aus Stuttgart kümmerte sich dann Mittwochs um das Stand-Up Game der Teilnehmer und schon morgens wurden alle an ihre Grenzen gebracht. Eine “Spartakiade” am Nachmittag zeigte dann den Teilnehmern, wie es wirklich um ihre Form und Fitness für einen Kampf bestellt ist. Abends wurde unter der Anleitung von Thorsten Kronz dann nochmals zwei Stunden im Kickboxen gesparrt.

Beinhebel waren das Technikprogramm am Donnerstag morgen von Peter Angerer und man bekam eine kleine Ahnung von einem Gedanken, wie so etwas im Kampf funktionieren sollte. Nachmittags stand dann für die meisten eine regenerative Runde Stretching auf dem Programm. Allerdings mussten ein paar Nachzügler noch durch die Spartakiade und wussten spätestens dann, was die anderen am Vortag durchmachen mussten. Abends folgte dann noch Rollen mit Aufgabenstellung.

Der Freitag wurde von BJJ Blackbelt Franco de Leonardis geleitet und der Aschaffenburger lies ein wahres Technikgewitter auf die Teilnehmer niederprasseln. Ortega gehört im Jiu-Jitsu mit Sicherheit zu den besten Lehrern in Deutschland und das Training war enorm lehrreich für die Teilnehmer. Nach einer weiteren Technikeinheit am Nachmittag wurde das Training abends mit einer lockeren Einheit abgeschlossen. Und das war gut so…

Denn am Samstag morgen nahm sich dann Frank “Hammy” Stäblein der Schäfchen an. Der Shooto Europameister und Crossfit Fanatiker schaffte es binnen einer Stunde alle Teilnehmer in einen Komaähnlichen Zustand zu versetzen. Nachmittags und Abends wurde dann nochmals vier Stunden detailliert auf Takedowns für das Shooto und Grappling eingegangen und die Kompetenz, die Frank dabei vermittelte, war einfach phänomenal.

Die “Kirsche auf der Sahne” war allerdings der Auftritt vom Chef persönlich. Matthias Werner, Trainer der Mainzer Erfolgsmannschaft “Suum Cuique” lies einfach jedem Teilnehmer fünf Stunden lang den Mund offen stehen. Dieser Mann ist ein gnadenloser Perfektionist und im Grappling schlichtweg ein Genie. Die Didaktik des Mainzers ist unschlagbar und wie man fünf Stunden lang über das “Arm festhalten” reden und unterrichten kann, war vielen bis dahin sicherlich unerklärlich. Fakt ist auf jeden Fall, dass alleine diese fünf Stunden schon die Plagerei die ganze Woche über Wert waren und dem einen oder anderen ging ein Licht auf, warum die Mainzer derzeit amtierender Deutscher Meister in der DGL sind.

Nach sieben Tagen wirklich hartem und sehr abwechslungsreichem Training waren alle Teilnehmer an ihre körperlichen und mentalen Grenzen gestoßen und die Resonanz auf die vergangenen sieben Tage war schlichtweg überwältigend. Auf jeden Fall können alle Teilnehmer der kompletten Hell Week mehr als stolz sein, dass sie diesen Schliff und Drill überstanden haben. Hell Week II wird auf jeden Fall nächstes Jahr im August wieder stattfinden!

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