"Contenders XIII" – die Nachbetrachtung

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Kakutogi - Fighting Network
von Peter Angerer

nachbetrachtungDie vergangene „Contenders“ Gala am Samstag war mit Sicherheit das größte und stärkste Shooto Event nach den Europameisterschaften letztes Jahr in unserem Land. Mit einer schier unglaublichen Teilnehmerzahl von über 50 Shootern aus 18 Teams hat sich wieder einmal gezeigt, dass das Shooto mittlerweile nicht nur eine feste Größe in der deutschen MMA Landschaft ist, sondern dass vor allem die Sportler das Shooto lieben und schätzen gelernt haben. Bevor ich aber jetzt auf die Leistungen der Sportler eingehen möchte ist es zunächst angebracht vor allem einem Mann an dieser Stelle zu danken: Philipp Krebs, der Präsident der „German Shooto Commission“ hat nach der Euro 2012 ein weiteres Glanzstück abgeliefert. Es waren wie immer ausreichend geschulte Punkterichter anwesend, die Kommission war organisatorisch perfekt besetzt und die Masse von insgesamt 47 Kämpfen lief innerhalb von knapp über vier Stunden über die Bühne. Das macht diesem Mann so schnell niemand nach! Punkt 17 Uhr war der erste Kampf bereit im Ring und um zwanzig Minuten nach Neun fand die letzte Siegerehrung statt. Dabei hatten wir insgesamt nur eine Pause von exakt 10 Minuten. Professionalität wird beim Shooto also nicht nur immer groß vorne drauf geschrieben, sondern auch geboten und geliefert.

Die Kämpfe waren das nächste Highlight. Wo soll das noch hinführen? Es gab Fights zu sehen, die jeder Profigala in Deutschland zur Ehre gereicht hätten. Das zahlreich erschienene Publikum in der restlos ausverkauften Akademie ging von Anfang an begeistert mit und die Kämpfer waren von der Hexenkesselstimmung hoch motiviert. Man durfte wieder Zeuge werden, wie einige Sportler eine vielversprechende Karriere im Shooto begannen, denn ich bin mir sicher, dass wir am Samstag einige Profichampions von Morgen zu sehen bekamen. Allen voran das Team von Marius Maissen aus dem Fight Gym Aarau in der Schweiz. Professionell in allen Belangen! Vor allem Kadri Berisha war ein echter Augenschmauß, aber auch Martin Basmaci und Kushtrim Morina, die ebenfalls ihre Klassen gewinnen konnten, überzeugten auf ganzer Linie. Maissen ist meiner Meinung nach der „Meistermacher“ aus der Schweiz und das Team zeigt sich immer top vorbereitet und sportlich. So stelle ich mir eine Shooto Mannschaft vor!

Aber auch bei den Deutschen gab es einige Talente zu bewundern. Angefangen mit Valentin Ultes (Kongs Gym) und Craig Taylor (Stallions Cage Stuttgart), die einen wirklich packenden Finalkampf zeigten, der in einem wirklich gut gewerteten Unentschieden endete. Beide werden dieses Jahr ihren Weg machen. Im Mittelgewicht -76 kg fiel mir der Mainzer Jerome Höfer äußerst angenehm auf, der mit seinen 17 Jahren eine wirklich sehr starke Leistung im Ring gezeigt hat und verdient die Spitzenposition in den Rankings einnimmt. Aber auch der Müncher Jakob Marschall von Munich MMA konnte mit seinen Submissionskills begeistern. Der DGL Kämpfer legte einen tadellosen Start im Shooto hin und gewann mit drei vorzeitigen Siegen seine Klasse. Im Schwergewicht war es der Bayer Philipp Schinzler vom KS Gym, der mich mit seiner brachialen Schlagkraft überzeugte. Wo der Mann hinhaut, da wächst wirklich kein Gras mehr. Wenn sich Philipp in diesem Jahr weiterhin gut entwickelt, dann dürfte er aller Wahrscheinlichkeit nach am Jahresende um den Amateurtitel kämpfen.

Es sieht also wirklich gut für den Nachwuchs aus. Dies bestätigte mir auch Toshi Karaly, der eigens für dieses Event aus Budapest angereist war. Toshi-san war sichtlich beeindruckt vom Level der Kämpfe auf Contenders und versicherte mir, dass es auf jeden Fall eine enge Zusammenarbeit und einen Kämpferaustausch mit seinen Projekten in Ungarn und Japan geben wird.

Wenn alle Teams, Kämpfer und Veranstalter in diesem Jahr weiterhin so an einem Strang ziehen, dann freue ich mich schon auf die Finalkämpfe der Amateure und Profis im Shooto am Jahresende. Dann wird es nämlich wirklich etwas Feines zu sehen geben! Shooto is ichiban!!!

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