¨Fight for Peace 7¨, Tag 6: Lost in Japan!

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Eigentlich hätte heute mein letzter voller Tag in Japan auch gleichzeitig ein toller Abschluss einer fantastischen Kampf- und Trainingsreise werden sollen. Ich hatte mich für die ¨Dumau Jiu-Jitsu International Championships¨ in Aoyama angemeldet und wollte im Mittelgewicht und in der offenen Klasse starten. Der Trip war perfekt geplant, alles vorbereitet und ich war heiß darauf, in Japan auch mal im BJJ zu kämpfen. Wie Ihr hört, kommen jetzt schon viele ¨wollte¨ und ¨hätte¨. Aber der Reihe nach…

Morgens um sechs klingelte nach einer verdammt kurzen Nacht der Wecker und ich machte mich nach einem kurzen Kaffee (Danke, Oyabun) zusammen mit Bruno und Krissi auf den Weg zur Ikebukuro Station. Im Reisecenter von JR East Line haben wir uns informiert und ausdrücklich Tickets mit dem Shinkansen, dem japanischen Hochgeschwindigkeitszug, nach Aoyama bei Nagoya geordert. Stolze 600 Euro kosteten uns die Zugtickets und die freundliche Dame am Schalter hat uns alle Einzeltickets in die Hand gedrückt. Schnell zur Tokyo Station gefahren und dort in den Shinkansen gesetzt Richtung Aoyama. Die über zweistündige Fahrt gab uns nochmal Gelegenheit für ein kurzes Nickerchen, dann in Niigata umsteigen und ab in den Zug nach Aoyama. Nur verdammt kalt war es hier, dachte ich mir noch. In Aoyama am Bahnhof angekommen fragten wir nach einem Taxistand, um ins  Budokan zu gefahren zu werden und da folgte das böse Erwachen.

Die freundliche Dame von JR East Line hatte uns nicht nach Aoyama bei Nagoya (im Süden), sondern nach Aoyama bei Niigata (im Norden) verfrachtet. Wir brauchten kurz, um den Schock zu verdauen, denn wir waren jetzt ungefähr 600 km vom eigentlichen Ziel entfernt. Ich versuchte noch Edison Kagohara, den Veranstalter telefonisch zu erreichen, aber verständlicher Weise natürlich mittem am Wettkampftag ¨Fehlanzeige¨. Das Einzige, was uns übrig blieb, war, wieder mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo zu fahren.

Dort machten wir uns in Ikebukuro sofort auf den Weg in das Reisezentrum von JR East Line und beschwerten uns. Mehr als satte zwei Stunden später bekamen wir dann zwar das Geld für die Tickets zurück, eine Entschuldigung und das war´s. Ach ja, für die Tickets zum Flughafen für morgen früh wurden wir auch nochmal schnell 100 Euro los. Ich war fassungslos und haben den beiden freundlichen Herren am Schalter in aller Deutlichkeit klar machen müssen, wie begeistert ich von dem Service von JR East Line bin. Gebracht hat es natürlich nix.

9 Stunden, nachdem wir morgens los sind, standen wir also unverrichteter Dinge und total genervt im Ikebukuro. Ein total sub-optimaler Abschluss einer ansonsten total gelungenen Trips, wo wir viele alte und neue Freunde getroffen haben, ich viel Rollen und auch mal kämpfen durfte und wir eine geniale Zeit in Japan hatten.

Ich bin traurig, dass ich mit so einem Scheissgefühl im Bauch wieder die Heimreise morgen früh antreten muss, freu mich aber riesig auf das Training mit meinen Leuten im German Top Team und die kommenden Events in den nächsten Wochen. In diesem Sinne! Bis in Kürze zurück auf deutschem Boden.

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